Montag, 24. September 2012

"The Blue Tattoo" von Margot Mifflin

"In the early 1850s, Olive Oatman was a typical pioneer girl heading west on a wagon train full of Mormons in search of gold an God. By the end of the decade she was a white Indian with a chin tattoo, torn between two cultures."


 "The Blue Tattoo" von Margot Mifflin

Verlag: University of Nebraska (Juli 2011)
Format: TB, 269 Seiten inkl. Acknowlagments, Postscript, Notes, Bibliography und Index
ISBN: 978-0-8032-3517-5
Preis: 14,99 € [D]

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Inhalt


Olive Oatman, Tochter einer Mormonen-Familie, tritt mit ihren Eltern Anfang der 1850er Jahre - wie viele andere - die gefährliche Reise nach Westen an, weil sie sich dort ein besseres Leben erhoffen. Doch die Reise ist beschwerlich und schließlich finden sich die Oatmans allein in der Wildnis wieder. Dort werden sie von Yavapai-Indianern angegriffen, und nur Olive und ihre kleine Schwester Mary Ann überleben. Was hat das Schicksal mit ihnen vor?

Meine Meinung


Bei dem Buch handelt es sich um eine Biographie mit gut recherchiertem historischem Hintergrund über verschiedene Indianerstämme, deren Terretorien, Riten und Lebensgewohnheiten. Fast zu gut, für meine Begriffe, denn viele der englischen Worte waren mir unbekannt und der Text war stellenweise schwer zu lesen. Mifflin betont am Anfang, dass sich viele Geschichten um Olive ranken, viele unbelegbare Wahrheiten, aber auch ebensoviele Unwahrheiten. Sie stützt ihre Recherchen auf eine große Zahl an Quellen, die alle gewissenhaft aufgeführt wurden. Bilder, Landkarten und Abbildungen von Originaltexten lockern das Buch auf, dennoch kann nur ein vages Bild von Olives Leben bei den Indianern und der Zeit danach gezeichnet werden. Hatte sie in den Stamm eingeheiratet? Ließ sie Kinder dort zurück? Warum versuchte sie nicht auf eigene Faust zu fliehen? Sehnte sie sich nach ihrem Leben in der Wildnis? Man wird es wohl nie erfahren.

Besonders gut hat mir gefallen, dass auf die allgemeine gesellschaftliche Stellung der Frauen in der Pionierzeit eingegangen wurde. Dass zum Beispiel Olives Geschichte eine wahre Flut von weiteren "Gefangenengeschichten" von Frauen auslöste, die sich nur so in der Gesellschaft Gehör verschaffen konnten und dem erzwungenen Leben in der Wildnis romantische Züge verliehen. Auch werden einige der ersten tattoowierten Frauen erwähnt, so zum Beispiel Nora Hildebrandt.

Das Buch ist empfehlenswert, aber sehr anspruchsvoll für jemanden wie mich, der nur das Schulenglisch und einige leichte englische Lektüre kennt. Ich habe mich sehr schwer getan, und bin aus manchem trotz Lexikon nicht schlau geworden. Dennoch bin ich recht schnell durchgekommen, denn die rein biographischen Passagen gingen schnell voran.

Ich vergebe 4 von 5 Wolken, weil das Buch wirklich gut recherchiert ist, alle Eventualitäten erwähnt sind und die Autorin sich nicht gescheut hat, manche Aussagen von oder über die Oatmans in Frage zu stellen. Es ist ein tolles Werk über eine besonders starke Frau. Dafür, dass ich die Sprache nicht genug beherrsche, kann das Buch ja nichts und ich hoffe auf eine baldige übersetzte Ausgabe.

Kommentare:

  1. Das hört sich wirklich interessant an!

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  2. Hey!
    Habe mir gerade mal deinen Blog angeschaut und er gefällt mir wirklich gut! Tolle und interessante Beiträge.Ich finde es klasse, dass du auch Klassiker liest und die "Hintergrundmusik passt auch total. Wollt ich einfach mal loswerden:)Vielleicht hast du ja mal Lust bei mir vorbeizuschauen

    liebe Grüße

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Danke für deinen Kommentar! Schau doch bald wieder rein, dann habe ich geantwortet :)