Dienstag, 26. März 2013

"Albert - Ein glorreiches Schnabeltier" von Howard L. Anderson

"Eine alte Bahnlinie verbindet Adelaide im Süden Australiens mit Alice Springs im Northern Territory. Über viele Jahre warfen Reisende auf der eintausend Meilen langen Fahrt zwischen den beiden Städten ihre Bierflaschen einfach aus den Waggonfenstern in eine Landschaft, die ihnen reizlos vorkam. Die Flaschen sammelten sich entlang des Gleisbetts, und die Strecke von Adelaide nach Alice Springs wurde zu einem glitzernden Band aus Glassplittern."




"Albert - Ein glorreiches Schnabeltier" von Howard L. Anderson

Verlag: Ullstein (2013)
Format: HC, 270 Seiten
ISBN: 978-3-550-08894-0
Preis: 16,00 € [D] 
Originaltitel: "Albert of Adelaide" (2012)

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Inhalt


Das Schnabeltier Albert bricht aus einem Zoo in Adelaide aus und macht sich auf in die australische Wüste, wo er das "Alte Australien" zu finden hofft, einen Ort, wo alles ist, wie es früher war. Auf seiner Reise trifft er auf allerlei andere Tiere, Freunde und Feinde, gerät in spannende Abenteuer und findet sich schließlich selbst auf einem Steckbrief wieder.

Meine Meinung


Mich hat die Idee des Buches sehr angesprochen und auch die ersten Seiten, die ich auf vorablesen.de lesen durfte, haben mir gefallen. Ich hatte allerdings etwas anderes erwartet als das, was ich vorfand. Ich weiß auch nicht, irgendetwas gesellschaftskritisches vielleicht oder zumindest eine Story a la "Als die Tiere den Wald verließen", verbunden mit Ethik und Moral. Aber wenn es das in dem Buch gab, dann habe ich es nicht gefunden. Abgesehen natürlich von der Erkenntnis, dass Tiere nicht in Zoos gehören.

In dem Buch gibt es keine aktiv agierenden Menschen. Stattdessen sind die Tiere, denen Albert auf seiner Reise begegnet, stark vermenschlicht. Sie gehen aufrecht, tragen Kleidung und Waffen und üben gewöhnliche Berufe aus. So zum Beispiel Sing Sing O'Hanlin, das Känguru, dem eine Kneipe gehört oder Muldoon der Tasmanische Teufel, der einmal ein berühmter Ringer war. Auch von den Charakteren selbst hatte ich mir mehr erwartet, vielleicht Typen, über die man dann Parallelen in unsere Gesellschaft ziehen kann. Auch hier: Fehlanzeige.

Alles in allem erinnert die Story an einen Western und ich bin mir sicher, dass der Autor einen solchen vor Augen hatte: Hüte, Zeltlager mit Decken und Whiskey, Revolver und Gewehre, Saloons und Überfälle. Einen Großteil der Zeit verbringt Albert damit, in der Wüste hin und her zu rennen. Entweder um sich selbst oder andere zu retten oder von diesem zum nächsten Lager zu ziehen. Andauernd werden Sardinen gegessen und Feuerholz gesammelt. Dann noch Kämpfe hier und da - das Buch fing bald an, mich zu langweilen, irgendwie kam es nicht voran.

Auch der Stil, in dem der Autor Gespräche wiedergibt, hat mir nicht gefallen. Es war befremdlich andauernd die Namen der Gesprächspartner zu lesen, während diese miteinander sprachen: "Mag sein, Albert.", "Ich komme mit dir, Jack.", "Wir könnten nachschauen, Alvin.". Das ging mir recht schnell auf die Nerven, denn so redet meiner Meinung nach keiner.

Ein Gutes hatte das Buch: Ich konnte mich ein wenig auf die australische Wüste einstellen sowie auf die Tierwelt dort, denn wenn alles gut geht, befinde ich mich im Sommer auf diesem schönen Kontinent. Trotzdem kann ich nur 2 von 5 Wolken für Albert und seine Abenteuer vergeben. Schade, aber dennoch ein großes Dankeschön an das Vorablesen-Team!

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