Donnerstag, 11. Juli 2013

"Ödland" von Jean Marc Ligny

"... Und hier unser aktueller Wetterbericht, präsentiert von "Air-Plus - Gesunde Luft für Ihr Zuhause". Unser Topthema heute lautet: Orkan in Großbritannien. Vor etwa 60 Minuten erreichte ein Orkan der Windstärke 12 die Britischen Inseln. Bis zur Stunde geht man bereits von mindestens dreißig Todesopfern aus. Mehr dazu in wenigen Augenblicken."



"Ödland" von Jean Marc Ligny

Verlag: Bastei Lübbe (2011)
Format: TB, 808 Seiten
ISBN: 978-3-404-16029-7
Preis: 9,99 € [D] 
Originaltitel: "AQUA™" (2006)

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Inhalt


Es ist das Jahr 2030. Die Welt steht vor dem Untergang, der Klimawandel hat alles aus dem Gleichgewicht gebracht. Der Westen wird von Orkanen, Tornados und Flutwellen heimgesucht, der Süden vertrocknet langsam und wird zur Wüste. Als in Burkina Faso, Afrika, ein unterirdisches Waservorkommen entdeckt wird, kommt eine Reihe von Ereignissen ins Rollen, die viele verschiedene Menschen auf der ganzen Welt verbindet.


Meine Meinung


Es ist eine düstere Welt, die Ligny in seinem Buch beschreibt. Eine neue Feindseligkeit hat sich zwischen den Menschen entwickelt, Rechtsradikale und Schwulenhasser treiben ihr Unwesen und es gibt eine neue Grenze, die den Norden vom Süden trennt. Die Menschen sterben wie die Fliegen und es gilt das Gesetz des Stärkeren. Die Schönen und Reichen leben in Enklaven, durch Glas oder ein Magnetfeld geschützte Orte, die weniger vom Glück begünstigten schlagen sich so irgendwie durch.

Es gibt mehrere Handlungsstränge, die im Laufe des Buches zusammenkommen und die Charakere und deren Aufgaben sind sehr verschieden. Ligny schlägt manchmal einen recht derben Ton an, was nicht jedermans Sache ist. Auch die teils ausschweifenden Sexszenen sind detailiert beschrieben. Außerdem scheint er ein Faible für Afrika bzw. Wüsten zu haben. Die Szenen, während der zwei der Hauptcharaktere die Wüste durchqueren, sind ausschweifend und teils langweilig. Am Schluss schweift das Ganze auch sehr ins Mystische ab, es kommen afrikanische Zauber und mit Flüchen belegte Masken ins Spiel, die fast den gesamten Schlussteil des Romans ausmachen, und dem Buch etwas von seiner Ernsthaftigkeit nehmen, wie ich finde. Dabei bin ich solchen Themen gegenüber nicht abgeneigt, nur hier hat es mich ein wenig gestört.

Sehr gefallen haben mir hingegen die kleinen Einschübe, die jedes Kapitel einleiten. Es handelt sich um imaginäre Nachrichten, Werbetexte oder Ähnliches, wie es sie in 20 Jahren geben könnte. Sie zeugen teils von Fortschritt, teils von Rückschritt, wenn man zum Beispiel Werbung der Sekte "Die Göttliche Legion" betrachtet. Auch seine Zukunftsvision fand ich fesselnd, gerade weil sie brutal und erschreckend gezeichnet ist. Mehr als einmal fragte ich mich, ob es nicht tatsächlich einmal so weit kommen wird, so wie die Menschheit sich benimmt...

Ich habe das Buch gerne gelesen, doch ein Kürzungen bei den Wüstenszenen und denen mit dem afrikanischen Gezaubere hätten nicht geschadet. Daher vergebe ich 3 von 5 Wolken.

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