Donnerstag, 20. März 2014

"Die Brücke in den Wolken. Das Haus des Magiers 4" von William Corlett

"Gleich als sie zum Haus kamen, spürte Mary, dass etwas nicht stimmte. Das Haus war weiter renoviert worden und im Flügel aus dem 16. Jahrhundert fiel Licht aus ein paar Fenstern, die vorher immer dunkel gewesen waren. Außer diesen kleineren Veränderungen schien alles so zu sein wie immer. Trotzdem fühlte sie Unbehagen, als sie das Haus sah."


"Die Brücke in den Wolken. Das Haus des Magiers 4" von William Corlett

Verlag: dtv junior (2002)
Format: TB, 347 Seiten
ISBN: 3-423-70714-3
Preis: 8,00 € [D] 
Originaltitel: "The Bridge in the Clouds" (1992)

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Inhalt


Alice, Mary und William spüren sofort, dass etwas nicht stimmt, als sie in den Herbstferien erneut Golden House besuchen. Die Bewohner sind zerstritten, sie denken sogar über den Verkauf des Anwesens nach, und überall sind Ratten. Der Magier ist alt und spürt, dass seine Zeit gekommen ist. Können die Geschwister ihm seinen letzten Wunsch erfüllen und Golden House und seine Bewohner retten?


Meine Meinung


Dieser Buch ist der Abschluss einer vierteiligen Reihe und als solcher sehr gut gelungen. Während Band eins und zwei in sich geschlossen sind, das heißt eine Aufgabe wurde bestanden und das Abenteuer ist zu Ende, besteht zwischen dem dritten und vierten Band eine Verbindung. In beiden spielt Henry Crawden eine Rolle, in beiden ist Morten, des Magiers Handlanger aus der Vergangenheit, eine Gefahr und in beiden geht es um die Rettung des Erbes von Golden House und der ganzen Gegend.

Meiner Meinung nach entwickelt sich die Buchreihe auf positive Weise weiter. Bei Band 1 und 2 hatte ich eher noch das Gefühl, ein Kinderbuch in den Händen zu halten. Sie waren dünner und die Schrift war größer, sie waren auch was die Handlung anbelangt einfacher gestrickt. Band 3 und 4 gehen zunehmend in die Tiefe, werden philosophischer und komplexer, was die Beziehungen der Personen untereinander betrifft. Diese Entwicklung hat mir sehr gut gefallen, denn sie spiegelt auch die charakterlichen Entwicklungen wider. Obwohl die erzählte Zeit nur etwas  weniger als ein Jahr umfasst, machen die Charaktere und besonders die Kinder eine große Veränderung durch. Der Magier hilft ihnen dabei, ihre Welt und sich selbst darin mit anderen Augen zu sehen.

Im Gegensatz zu den Vorgängerbänden ist dieser auch spannender und blutrünstiger. Die Kämpfe zwischen Mortens Meute und der des Magiers sind anschaulich beschrieben und auch der ein oder andere tragische Tod bleibt nicht aus. Die kurzen Kapitel fliegen nur so dahin, als es um alles oder nichts geht.

Das Ende finde ich gut gelungen. Es hat einen abschließenden Charakter, wie sich das für ein Ende gehört, gleichzeitig bietet es aber auch einen kleinen Ausblick auf die Zukunft, der fröhlich stimmt und einen das Buch mit einem guten Gefühl weglegen lässt.

Ich vergebe 4 von 5 Wolken für dieses Reihenfinale. Werft doch auch einen Blick auf meine Rezensionen zu Band 1, Band 2 und Band 3.

Die Buchreihe "Das Haus des Magiers" kommt somit insgesamt auf gute 3,5 Wolken. Es handelt sich um eine tolle Geschichte für Kinder und jüngere Teenager, ist voller Magie und lehrt den Leser, die Natur und seine Geschöpfe wertzuschätzen. Auch fantasievollen Erwachsenen, die sich gerne mal in ihre Kindertage zurückversetzen lassen, kann ich die Bücher empfehlen. Trotz allem empfand ich manche Dinge als nicht ganz stimmig und teilweise haben mir noch Auflösungen gefehlt. Aber das ist wahrscheinlich das Laster des Erwachsenseins: dass man alles genau ge- und erklärt haben möchte und die Fähigkeit verloren hat, Dinge auch einfach mal hinzunehmen. Vielleicht wollte Corlett all seine Leser das lehren.

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