Donnerstag, 3. Juli 2014

"Dreizehn" von Wolfgang & Heike Hohlbein

"Der Fremde in Reihe dreizehn sollte Thirteen in ziemlich genau fünf Minuten das Leben retten, aber davon wusste sie natürlich in diesem Augenblick noch nichts; ebenso wenig wie von all den anderen aufregenden und auch gefährlichen Ereignissen, die in diesem Moment bereits ihren Anfang genommen hatten und Thirteens Leben so gründlich auf den Kopf stellen und durcheinander wirbeln sollten, wie es nur möglich war. Hätte sie es gewusst, hätte es auch nichts geändert."


"Dreizehn" von Wolfgang & Heike Hohlbein

Verlag: Heyne (2004)
Format: TB, 522 Seiten
ISBN: 9783453877634
Preis: 9,95 € [D] 
Originaltitel: "Dreizehn" (1995)

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Inhalt


Nach dem Tod ihrer Mutter reist Thirteen nach Deutschland um ihren Großvater aufzusuchen, wie es ihr ihre Mutter in einem letzten Brief aufgetragen hat. Thirteen heißt eigentlich Anna-Maria, aber da die Zahl Dreizehn sich durch ihr ganzes Leben zieht, wird sie von allen nur Thirteen genannt. Auch in dem, was sie bei ihrem Großvater erwartet, spielt die Dreizehn eine bedeutende Rolle, denn an ihrem 13. Geburtstag, einem Freitag, den 13., steht es in ihrer Macht, die Seelen der letzten Kinder, die der Rattenfänger von Hameln einst aus der Stadt entführte, zu befreien. Doch ihre Gegner versuchen alles, um sie aufzuhalten.


Meine Meinung


Das Buch begann sehr vielversprechend. Aufgrund des Klappentextes wusste ich bereits, dass Thirteen zu ihrem Großvater ziehen würde, und ich erwartete, von einer entspannten Anreise und einer herzlichen Begrüßung zu lesen, und dass die mysteriösen Dinge erst dann geschehen würden. Aber nein! Schon die ersten Seiten sind vollgepackt mit Spannung und so rasant, dass ich das Buch kaum weglegen konnte. Ihr seht es ja schon an den ersten Zeilen.

Natürlich werfen gleich die ersten Geschehnisse eine Reihe von Fragen auf, die zum Weiterlesen reizen. Doch im Laufe des Buches ist der Spannungsfaden leider immer lockerer geworden und ich habe mich zum Schluss hin fast gelangweilt. Das lag nicht an der Story an sich, sondern an der Länge, die mir künstlich gezogen erschien. Die Handlung kommt einfach nicht vorwärts. Thirteen und ihre Freunde kreisen immer um das Haus, und kaum kommt sie der Lösung näher, wird sie von ihren Feinden wieder zurückgerissen und muss quasi von vorne anfangen. Dieses Schema wiederholt sich einige Male. Hätten sich die Hohlbeins etwas kürzer gefasst, hätte "Dreizehn" wohl mehr Eindruck bei mir hinterlassen.

Eine wichtige Komponente des Romans ist die Trennung der Seele vom Körper. Diesen Umstand haben die Hohlbeins anschaulich dargestellt, indem sich die Seiten ab und zu in zwei Spalten aufteilen und zwei unterschiedliche Geschehnisse zur gleichen Zeit erzählt werden. So etwas habe ich bisher noch nie gesehen und fand die Idee sehr schön. Außerdem fand ich gut, dass der Verlust der Seele zu einem Verlust der Menschlichkeit selbst führt, zu Skrupellosigkeit und Machtgier. Vielleicht stecken die Seelen einiger Politiker auch irgendwo in einem alten Haus fest...

Ich denke, dass das Buch insgesamt eher für Jugendliche konzipiert wurde. Zum Einen wegen dem Alter der Protagonistin und den damit verbundenen Problemen der Identitätssuche. Zum Anderen - und in der Hinsicht geht es vielleicht nur mir so - weil die Hohlbeins die kleine sprechende Fledermaus, die zwar immer sehr zynisch daher kommt, Thirteen aber hilft so gut sie kann,"Wusch" genannt haben. Ähm. Hätte nicht sein müssen, finde ich, aber in einem Jugendbuch kann man das noch stehen lassen.

Da das Buch aber so komplex und manchmal doch sehr verwirrend aufgebaut ist, hält es auch etwas an Anspruch für Erwachsene bereit. Ich hätte mir mehr über die Rattenfängergeschichte gewünscht, die im Klappentext angekündigt wird, aber eigentlich erst auf den letzten Seiten relevant wird. Und selbst dort wurde die Sage nicht so integriert, wie ich es mir gewünscht hätte. Ich fand das Teufelsmonsster, das am Schluss noch auftauchen musste, doch etwas zu viel des Guten.

Insgesamt vergebe ich 3 von 5 Wolken.

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