Sonntag, 30. November 2014

"The Virgin Suicides" von Jeffrey Eugenides

"On the morning the last Lisbon daughter took her turn at suicide - it was Mary this time, and sleeping pills, like Therese - the two paramedics arrived at the house knowing exactly where the knife drawer was, and the gas oven, and the beam in the basement form which it was possible to tie a rope. They got out of the EMS truck, as usual moving much too slowly in our opinion, and the fat one said under his breath, "This ain't TV, folks, this is how fast we go.""



"The Virgin Suicides" von Jeffrey Eugenides

Verlag: Bloomsbury Publishing (1993)
Format: TB, 249 Seiten
ISBN: 978-0-7475-6059-3

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Inhalt


Die 1970er. Der Selbstmord der 13-jährigen Cecilia ist ein Schock für alle Bewohner der Vorstadt mit ihren ordentlichen Häusern und Gärten und wohlerzogenen Kindern. Vor allem aber für die Familie Lisbon und die verbliebenen vier Töchter. Aus Angst und Sorge werden sie förmlich eingesperrt, dürfen nur noch unter strengsten Auflagen das Haus verlassen. Doch diese Maßnahmen schaden mehr, als dass sie nützen, und schließlich entschließen sich die Schwestern, Cecilia zu folgen...


Meine Meinung


Auf dieses Buch wurde ich durch meine Freundin aufmerksam, ihr hatten die besonderen sprachlichen Bilder und der Film zum Buch gefallen. Was die Bildhaftigkeit anbelangt, kann ich ihr vollkommen recht geben, ansonsten hat mich der Roman aber nicht sonderlich begeistert. Den Film habe ich mir bisher noch nicht angesehen.

Ich war sehr überrascht von der unverblümten Grausamkeit, mit der manche Dinge dargestellt wurden, Bei der Art und Weise, wie Cecilia sich das Leben nahm, musste ich schwer schlucken. Auch an anderen Stellen stellte Eugenides sein Talent, was atmosphärische Beschreibungen betrifft, unter Beweis. Gleichzeitig fühlt man sich dadurch manchmal in Belanglosigkeiten gefangen. Im Nachhinein finde ich aber, dass dadurch die Mentalität dieses Jahrzehnts und die Spießbürgerlichkeit veranschaulicht werden sollten, dieses Festhalten an Banalitäten um überhaupt irgendeinen Fixpunkt zu haben.

Bemerkenswert ist auf jeden Fall auch die Erzählweise, in die man sich erst einmal einfinden muss. Erzählt wird nämlich aus Sicht der Nachbarjungs. Einer Obsession gleich haben sie über die Jahre alles  über die Mädchen gesammelt, was sie in die Finger kriegen konnten, Fotos, Kleidungsstücke, Lippenstifte. Für den Leser versuchen sie, die Geschehnisse zu rekonstruieren, wobei man das Gefühl bekommt, sich in einem Museum mit privater Führung zu befinden.

"We've tried to arrange the photographs chronologically, though the passage of so many years has made it difficult. [...] Exhibit #1 shows the Lisbon house shortly before Cecilia's suicide attempt." (S. 4 f)

Trumpf des Romans ist es natürlich, dass jeder Leser wissen will, wie es zum Selbstmord der restlichen Schwestern kommt. Dass diese sich auch umbringen werden, stellt Eugenides schon im ersten Satz klar (s.o.), was recht untypisch ist, seine Wirkung aber nicht verfehlt. Um ehrlich zu sein war es nur noch das, was mich am Schluss weiterlesen ließ: Ich wollte wissen, wie es geschieht.

Abgesehen von den Selbstmorden geht es in dem Buch aber auch um Selbstfindung, ums Erwachsenwerden und ums Abnabeln von den Eltern. Die Mädchen versuchen verzweifelt, ihren Weg im Leben zu finden. Vor allem die extrovertierte Lux (im Film verkörpert durch Kirsten Dunst) versucht das, indem sie sich heimlich mit Jungs und Männern trifft. Die Nachbarjungs hingegen, allesamt in eine der Lisbon-Schwestern verliebt, umschleichen das Haus, saugen jede noch so banale Kleinigkeit über die Mädchen in sich auf und bewahren sie noch Jahre später in ihrem Gedächtnis, während alle anderen den Vorfall schon vergessen und sich wieder ihren eigenen, kleinen Leben zugewandt haben. Ein tragisches Bild der Jugend und der Kleinbürgerlichkeit.

Leider musste ich mich im Großen und Ganzen sehr durch das Buch quälen und kann daher nur 2 von 5 Wolken vergeben. Wer dieses Buch zur Hand nimmt sollte nicht sehr anfällig für depressive Verstimmungen sein.

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