Dienstag, 17. Februar 2015

"Das Phantom der Oper" von Gaston Leroux




"Das Phantom der Oper" von Gaston Leroux

Verlag: dtv (2004)
Format: TB, 350 Seiten
ISBN:3-423-08596-7
Preis: 8 € [D] 
Originaltitel: Le fantôme de l'opére (1910)

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Inhalt


Paris 1877. Um die Liebe der jungen Sängerin Christine zu gewinnen, ist dem sagenumwobenen Phantom der Oper jedes Mittel recht. Scheinbar unerklärliche Dinge geschehen, als Christine sich in einen anderen verliebt, was das Phantom nicht dulden will. Und bald muss Christine sich entscheiden: zwischen ihrer Liebe und dem Tod vieler unschuldiger Menschen.


Meine Meinung


Bevor ich irgendetwas anderes zu diesem Roman sagen kann, muss ich mein Erstaunen darüber ausdrücken, dass dieser Roman schon 1910 geschrieben wurde! Stellenweise ist das Buch so pfiffig und humorvoll, dass ich kaum glauben konnte, dass es schon über 100 Jahre alt ist!

Leider konnte das aber auch nicht über den Umstand hinwegtrösten, dass das Buch sich gezogen hat und ich streckenweise sehr gelangweilt war. Es liegt wohl hauptsächlich daran, dass ich Musical und Film schon lange kenne und in Gedanken ständig damit verglichen habe. Meine Hoffnung, dass ich durch das Buch vielleicht noch mehr Hintergrundinformationen zu den Figuren erhalten würde, hat sich leider auch nicht erfüllt. Im Gegenteil: mir erschienen die Figuren teils durchsichtiger und oberflächlicher als im Film. Aus Raoul wurde plötzlich ein schwächlicher Jammerlappen, aus Madame Giry, deren beachtliche Persönlichkeit im Film heraussticht, eine zickige und selbstgefällige Logenschließerin.

Musical und Film haben neben diesen noch einige der von Leroux angedachten Rollen umbesetzt und außerdem eine für den Roman ganz entscheidende Figur, den Perser, gestrichen. Vielleicht liegt es schlicht daran, dass ich schon so an den Film gewöhnt bin, aber ich mochte keinen einzigen der originalen Charaktere, abgesehen vom Perser. Er war mir sympathisch was sein Denken und Handeln anging, allerdings gefällt mir die Vergangenheitsgeschichte des Phantoms nicht, die sich mit dem Perser verknüpft.

Die Erzählungen des Persers nehmen, da er Erik, das Phantom, kennt, wie kein anderer, große Teile des Romans ein, die zur Klärung des Kriminalfalls beitragen. Der Roman ist nämlich wie ein Krimi aufgebaut, der 30 Jahre später rückblickend erzählt wird. Ein gewisser G.L., der sich im Prolog vorstellt und im Folgenden immer wieder als Ich-Erzähler auftritt (die Verbindung zum Autor ist offensichtlich), legt darin die Berichte vor, die er im Zuge seiner Nachforschungen entdeckt hat. Briefe, Aufzeichnungen von Zeitgenossen etc. Langsam und chronologisch berichtet er so dem Leser von dem, was sich damals zugetragen hat. Ich fand es spannend, die Geschichte mal in Form eines Kriminalfalls, den es zu lösen gilt, zu lesen, konnte mich wie gesagt aber mit vielem Anderen nicht anfreunden.

Es ist wohl reine Geschmackssache, was man von diesem Roman hält. Ich denke, er ist für alle Phantom-Fans ein Muss, denn es handelt sich dabei schließlich um das Original. Mir persönlich hat es nicht gefallen, daher vergebe ich nur 2 von 5 Wolken. Wie immer bei solch harten Urteilen der Hinweis, dass es sich dabei ausschließlich um meine persönliche Meinung handelt!

Kurz bevor ich meinen Blog ins Leben gerufen habe, habe ich den Roman "Das Phantom" von Susan Kay gelesen. Dieser befasst sich ausführlich mit der Geschichte des Phantoms bevor es in die Oper kommt. Es ist schon knapp 3 Jahre her, dass ich das Buch gelesen habe, doch ich habe es als sehr, sehr gut in Erinnerung. Vielleicht lese ich es demnächst erneut, dann kann ich mich vielleicht auch wieder mit der Persien-Variante anfreunden ;) 

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