Donnerstag, 30. April 2015

"Herbst - Läuterung" von David Moody

"Leichen. Abertausende der kalten, ranzigen, verwesenden Leichen, die vormals nahezu über die gesamte Spanne des toten Landes verstreut gewesen waren, drängten sich nun auf der Fläche von nur wenigen Quadratmeilen. Unerbitterliche, bösartige und nicht aufzuhaltende Gestalten. Kreaturen ohne Richtung. Kreaturen ohne Ziel. Grausame, von Instinkt getriebene und von Insekten heimgesuchte Kadaver. Leere, verrottende, skelettartige Hülsen, von denen einst jede eine eigensändige Persönlichkeit, ein eigenes Leben und Gründe für ihre Existenz besessen hatte."



"Herbst - Läuterung" von David Moody

Verlag: Otherworld (2009)
Format: TB, 367 Seiten
ISBN: 987-3-902607-15-7
Preis: 9,95 € [D] 
Originaltitel: Autumn: Purification (2004)

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Achtung! Dieses Rezension enthält Spoiler!

Inhalt


Ein Großteil der Überlebenden aus der Stadt hat es in den unterirdischen Militärbunker geschafft. Hier hausen sie nun im unkomfortablen Hangar, denn weil die Soldaten nicht immun gegen das Virus sind, müssen die Überlebenden, deren Zellen voll davon sind, sich von ihnen fernhalten. Gerüchte entstehen. Ist es wahr, dass die Soldaten sie zwingen wollen, für sie an die Oberfläche zu gehen? Es könnte stimmen, denn mehr und mehr Kadaver verstopfen die Lüftungsschächte und schließlich ist ein Handeln unumgänglich. Doch die Operation geht schief und die Überlebenden sind wieder auf der Flucht. Dann erscheint ein Pilot samt Hubschrauber und gibt den Menschen neue Hoffnung.


Meine Meinung


Dieser Band hat mir bisher am besten gefallen. Hier ist einfach alles vertreten - Auswegslosigkeit und Hoffnung, Tod, Verderben, aber auch ein Neuanfang. Zudem ist er spannend von der ersten bis zur letzten Seite.

Die Leichen haben sich, wie zu erwarten war, noch weiter entwickelt, was die Lage von Tag zu Tag gefährlicher macht. Dadurch und durch die Tatsache, dass sich die Überlebenden nach ihrer überstürzten Flucht aus dem Militärbunker auf ein großes gemeinsames Ziel hinarbeiten, empfand ich das Buch als sehr temporeich. Die ganze Zeit flüsterte ich ein leise drängendes "Jetzt macht schon, Leute!" im Kopf, so sehr hoffte ich, dass alles schnell und sicher vonstatten gehen würde.

In diesem Band werden noch einige weitere Charaktere stärker herausgearbeitet. Ich finde, Moody hat hierbei einen guten Mittelweg gefunden, um viele Akteure zu haben, den Roman aber nicht zu überladen. Viele werden nur mit Namen genannt und es wird kurz erwähnt, was sie normalerweise zur Gruppe beisteuern. Die, die näher beleuchtet werden, begleitet der Leser dann auch mal in abgelegene Ecken, wo sie über sich selbst, die Vergangenheit und die aktuelle Situation nachdenken.

Die Lösung, die sich den Überlebenden in der Mitte des Buches präsentiert und auf die sie dann stetig hinarbeiten, birgt einen gewissen Aha-Effekt in sich. Ich denke, in einer postapokalyptischen Welt wie der von Moody geschaffenen, kann man sich fast keinen geeigneteren Ort vorstellen, um die Gefahr auszusitzen, auch wenn sich auf Dauer zwangsläufig andere Probleme ergeben würden. Andererseits... bisher hat sich noch jeder Ort, den die Überlebenden als sicher auserkoren hatten, als zu schwach erwiesen.

Das Ende lässt viel Platz für die eigene Fantasie. Ich dachte, es würde in Band 4 weiterhin um diese Gruppe Überlebender gehen, doch bisher war das nicht der Fall und es sieht so aus, als bliebe es bei der Geschichte von Emma und Michael, wie ich es gerne nenne, bei einer Trilogie. Doch es bleibt ja noch Band 5. Ich bin gespannt, was Moody noch aus dem Hut gezaubert hat, denn bisher gab es in jedem Band etwas Neues zu entdecken.

Negativ aufgefallen ist mir übrigens, dass sich Übersetzungsfehler zunehmend häufen. Fehlende Wörter oder falsche Übersetzungen sind mir mehrfach aufgefallen und die Tendenz steigt. Das ärgert mich ziemlich, denn es nimmt den deutschen Übersetzungen einiges von ihrer Qualität.

Nichtsdestotrotz vergebe 5 von 5 Wolken für diesen Roman. Die Rezensionen zu Band 1 und Band 2 findet ihr unter dem jeweiligen Link.

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