Mittwoch, 8. April 2015

"Klausmüller - Ein Esel sucht ein Pferd" von Pebby Art

"Es war zwei Monate vor den großen Ferien, als Klara nach Klausmüller trat. Der flog durch die Luft, streifte mit seiner bunten Schmetterlingshaarspange Klaras Papa am Oberarm, setzte zur Landung an und rutschte über den Flurfußboden.Klara tat sofort leid, was sie getan hatte. Warum trat sie gegen ihren Lieblings-Stoffesel, wenn sie doch sauer auf Mama und Papa war? Diese hatten soeben Klaras Traum vom Sommer-Sonnen-Strandurlaub vernichtet. Wütend schaute Klara zu ihrem Papa. Auch seine Stimmung hatte sich dank der roten Streifen auf seinem Arm geändert. Er mutierte gerade zu einem fluchenden Pantoffelhüpfer. Selbst schuld, dachte Klara, schnappte Klausmüller und lief in ihr Zimmer.Ursprünglich schuld an Klausmüllers rasantem Flug durch den Flur war Großtante Agnes. Diese hatte nämlich einen Brief geschrieben. An Klaras Eltern. Und dieser Brief nun hatte Mama und Papa dazu gebracht, Klaras ersehntes Urlaubs-Reiseziel Mallorca links liegen zu lassen, um stattdessen zu Tante Agnes zu reisen."



"Klausmüller - Ein Esel sucht ein Pferd" von Pebby Art

Format: Ebook, ca. 110 Seiten
Preis: 2,99 € [D]

Eine Leseprobe des Buches findet ihr hier

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Inhalt


Klara ist sauer, als die langersehnte Mallorca-Reise ins Wasser fällt und sie stattdessen mit ihren Eltern zu der unsympathischen Großtante Agnes reisen muss. Doch dann wird ihr Stoffesel Klausmüller nach Kontakt mit einer alten Ritterrüstung plötzlich lebendig und sorgt für einigen Trubel. Wenig später entdeckt Klara, dass es Pferde auf dem Anwesen gibt. Sie freundet sich mit dem Stalljungen Joey an und alles könnte wunderbar sein, wenn nicht das Pferdchen Favorit auf einmal verschwunden wäre. Doch wer würde ein Pferd entführen und warum? Hat der zwielichtige Hundefriseur Egon etwas damit zu tun? Oder vielleicht Tante Agnes selbst?


Meine Meinung


Die Autorin Pebby Art hat mich gefragt, ob ich dieses Kinderbuch rezensieren möchte und ich habe gerne zugesagt. Der kleine freche Esel hatte mich von Anfang an an der Angel und die liebevolle Illustration des Buches - übrigens alle aus der Feder der Autorin selbst - tat ihr Übriges.

Das Buch ist ganz auf Kinder zugeschnitten. Eine 11-jährige Protagonistin, ein Stoffesel, der plötzlich lebendig wird, Pferde und ein Abenteuer - was will man als Kind mehr? Jeder kennt wohl eine "eigene Tante Agnes", eine unsympathische Verwandte, oder fühlt sich mal von seinen Eltern ungerechterweise unverstanden. Die Selbstfindung über Ähnlichkeiten zu den Romanfiguren - ein für junge Leser wichtiger Aspekt des Lesens - fällt damit leicht und ermöglicht den Kindern, ganz in der Geschichte aufzugehen.

Der Schreibstil eignet sich sehr gut für junge Leser, und dass verhältnismäßig viele schwierige und vielleicht für Kinder unbekannte Worte verwendet wurden, empfinde ich nicht unbedingt als Manko. Im Gegenteil - es kann die Lust der Kinder am Nachschlagen fördern und erweitert definitiv ihren Wortschatz. Wegen der kurzen Kapitel bietet sich aber auch das Vorlesen an. In diesem Fall können fremde Wörter auf spielerische Weise gemeinsam erörtert werden.

Der Plot weckt mit Sicherheit in jedem Kind den inneren Detektiv. Gemeinsam mit Klara, Joey und Klausmüller werden Spuren entdeckt und Vermutungen angestellt, Hinweise gesucht und Beweismaterial gesichert. Eins führt zum Anderen und schließlich kann das Rätsel gelöst werden. Durch scheinbare gelegentliche Misserfolge bleibt das Buch dabei jedoch stets spannend und unterhaltsam.

Ein zusätzlicher Spannungsfaktor ist der kleine Esel Klausmüller, der nie so handelt, wie man es von ihm erwartet. Er kann eifersüchtig und zickig sein und ist von Zeit zu Zeit ziemlich eitel. Dass dieses Verhalten manchmal negative Folgen nach sich ziehen kann, ist nicht der Kern dieses Buches, schwingt aber untergründig mit. Weil es der Stoffesel ist, der sich manchmal daneben benimmt, können Kinder dieses Verhalten unabhängig von ihrer eigenen Person reflektieren, was für die Auseinandersetzung mit Werten von Vorteil ist.

Die Lösung des Rätsels ist verhältnismäßig komplex und tragisch. Es hat mir jedoch gefallen, dass nicht alles Friede-Freude-Eierkuchen ist und ich denke, dass auch Kinder es schätzen, wenn nicht alles Traurige von ihnen ferngehalten wird, wozu Kinderbücher ja manchmal neigen. Bezüglich Klausmüller ist alles offen gehalten. Er verwandelt sich nicht zurück in ein Stofftier, was weiteren Abenteuern von Klara und Klausmüller den Weg ebnet.

Ich vergebe 4 von 5 Wolken für dieses Kinderbuch und bedanke mich noch einmal herzlich für das Rezensionsexemplar. 

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