Samstag, 2. Mai 2015

"Herbst - Zerfall" von David Moody

"Sie haben gesagt, ich hätte sie mit dem Rest von ihnen verbrennen sollen. Als alle starben, räumte ich diesen Ort Zimmer für Zimmer aus und beseitigte sie alle. Ich arbeitete stundenlang und hörte nicht auf, ehe ich jegliche Spur von totem Fleisch aus dem Gebäude entfernt hatte. Außer ihr. Außer der toten Schwimmerin. Ich fand sie ein paar Tage später, als sie gerade begonnen hatte, sich zu bewegen. Die Arme wollte gerade schwimmen gehen, als es sie erwischte. Sie hate ihren Badeanzug angezogen und wollte den Umkleideraum verlassen, als sie starb. Die Türen fielen zu und hielten sie im Inneren gefangen."



"Herbst - Zerfall" von David Moody

Verlag: Otherworld (2009)
Format: TB, 386 Seiten
ISBN: 978-3-902607-19-5
Preis: 9,95 € [D] 
Originaltitel: Autumn: Disintegration (2008)

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Inhalt


Eine auf einem Hügel gelegene Wohnanlage bietet einer größeren Gruppe von Überlebenden trügerische Sicherheit. Doch sie unterschätzen die Gefahr und sehen sich bald gezwungen, zu fliehen. Sie treffen auf andere Überlebende, die Verstohlenheit und Heimlichkeit gesetzt hat, jedes unnötige Geräusch vermieden und die Nahrungsvorräte bis auf ein Minimum reduziert hat. Das passt den hinzugekommen Hitzköpfen gar nicht und es kommt, wie es kommen muss...


Meine Meinung


Wegen diesem vierten Band der Herbst-Reihe habe ich die Vorgänger 1-3 in den letzten Wochen erneut gelesen, doch jetzt kann ich sagen, dass es für das Verständnis nicht unbedingt notwendig gewesen wäre. Entgegen meiner Erwartungen bildet dieses Buch einen neuen Handlungsstrang, der zeitgleich zu den vorherigen Büchern stattfindet. Eine Verbindung besteht lediglich darin, dass diese Gruppe Überlebender den Hubschrauber in der Ferne sieht, der in Band 3 eine wichtige Rolle spielt.

In diesem Buch lernt man gänzlich neue Charaktere kennen, die anfänglich in zwei Gruppen ums Überleben kämpfen und sich schließlich in einem abgelegenen und durch Verwirrungsmaßnahmen gesicherten Hotel zusammentun. Wie schon gesagt sind Emma und Michael aus den ersten Bänden mir sehr ans Herz gewachsen und sie fehlten mir sehr, weshalb ich mich für diese Gruppe weitaus weniger erwärmen konnte.

Es gibt keine Person, die ich wirklich sympathisch finden würde. Im Gegenteil - hier treffen einige Menschen aufeinander, die hitzköpfig und egoistisch sind und die Lage, die ohnehin schon angespannt ist, unnötig und rücksichtslos verschärfen. Die Sprache ist weitaus derber und das Vorgehen brutaler. Außerdem empfand ich die Situation in diesem Band als weit weniger bedrohlich.

Natürlich ist mit den Toten noch immer nicht zu spaßen und Moody denkt jetzt auch an andere Gefahren wie keimbedingte Krankheiten, aber weite Teile des Buches drehen sich schlicht um das Zusammenleben der Menschen - Menschen, die ich im Großen und Ganzen nicht leiden konnte. Das ist wohl auch der Grund, warum mir dieses Buch bisher am wenigsten gefallen hat und ich lange brauchte, um einen Zugang zu finden.

Natürlich auch die Entwicklung von zivilisierten Menschen zu schlichten Überlebenskämpfern zu solchen postapokalyptischen Romanen. Den "Zerfall" der menschlichen Rasse und dessen, was sie ausmacht, hatte ich wegen des Titels auch erwartet, in dem Zusammenhang finde ich aber - so viel kann ich an dieser Stelle schon verraten - Band 5 besser gelungen. Mehr dazu aber dann in der betreffenden Rezension.

Das letzte Drittel von "Herbst - Zerfall" vermochte es zum Glück wieder, mich zu fesseln, und die letzten Seiten machten neugierig auf das Reihen-Finale. Ich vergebe 3 von 5 Wolken. Im Folgenden findet ihr die Links zu den Rezensionen von Band 1, Band 2 und Band 3.

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