Mittwoch, 24. Mai 2017

"Eleanor & Park" von Rainbow Rowell


"Eleanor & Park" von Rainbow Rowell

Verlag: Hanser (2015)
Format: HC, 361 Seiten
ISBN: 978-3-446-24740-6
Preis: 16,90 € [D] 
Originaltitel: Eleanor & Park (2012)
Aus dem Englischen von Brigitte Jakobeit

☁ ☁ ☁


Inhalt


Sie sind beide Außenseiter, aber grundverschieden: Die pummelige Eleanor und der gut aussehende, aber zurückhaltende Park. Als er ihr im Schulbus den Platz neben sich frei macht, halten sie wenig voneinander. Park liest demonstrativ und Eleanor ist froh, ignoriert zu werden. In der Schule ist sie das Opfer übler Mobbing-Attacken und zu Hause hat sie mit vier Geschwistern und einem tyrannischen Stiefvater nur Ärger. Doch als sie beginnt, Parks Comics mitzulesen, entwickelt sich ein Dialog zwischen den beiden. Zögerlich tauschen sie Kassetten, Meinungen und Vorlieben aus. Dass sie sich ineinander verlieben, scheint unmöglich. Doch ihre Annäherung gehört zum Intensivsten, was man über die erste Liebe lesen kann. (Quelle)


Meine Meinung


Irgendwie ging das Lesejahr gar nicht gut los. Nach Heart.Beat.Love. ist dies das zweite Buch, das meine Erwartungen enttäuscht hat und nach dem ich mich fragte, wo der Hype darum her kam.

Natürlich trifft das Thema mitten ins Herz: Ein Mädchen aus sozial schwachem Hause und mit einem gewalttätigen Stiefvater trifft auf einen Jungen, der es ebenfalls nicht leicht in der Schule hat, der sich aber mit der Situation arrangiert hat. Er möchte durch Kontakt mit ihr seine wacklige, aber derzeit sichere Stellung nicht verlieren, sie hingegen kann sich nicht vorstellen, dass sich jemand für sie interessieren könnte. Der Stoff aus dem Geschichten sind. Eigentlich. Denn diese Geschichte barg für mich zu viel, das irgendwie nicht passte und zu viel, das ich störend fand.

Eleanor hat es wahrlich nicht leicht. Ihre familiäre Situation ist katastrophal und zudem entspricht sie nicht dem gängigen Schönheitsideal - sowohl was ihre Figur als auch ihren Kleidungsstil betrifft. Darum schert sie sich allerdings nicht besonders, woran man merkt, dass Rowell mit Eleanor eine starke Frauenfigur geschaffen hat. Sie versucht nicht zwanghaft, sich anzupassen und sie kleidet sich auch nicht so fantasievoll, weil sie keine anderen Mittel hat - Eleanor nimmt sich selbst und ihren Körper so, wie er ist und das hat mir sehr gefallen.

Auch Park fällt aus der Reihe der "typischen Charaktere". Der Halbkoreaner schämt sich nach anfänglichem Zögern nicht, seine feminine und zarte Seite zu zeigen und ist dadurch ebenfalls eine starke Persönlichkeit zu nennen. Er ist für mich auch der Sympathieträger der Geschichte, während ich Eleanors Art und ihr Verhalten ihm gegenüber meist nicht wirklich nachvollziehen konnte. Obwohl ich ihr Verhalten irgendwie verstehen konnte regte eich mich meist darüber auf und hätte sie oft gerne genommen und geschüttelt. Durch diese im Grunde unvorhersehbaren Gefühlsschwankungen wurde der Roman paradoxerweise doch wieder vorhersehbar und zog sich zudem unangenehm in die Länge.

Obwohl beide Charaktere angenehm unkonventionell und kontrastreich gezeichnet sind (Sympathie hin oder her), erschien mir die Liebesgeschichte der beiden dann aber dennoch zu sehr um Innovation bemüht. Nach einem vielversprechenden Anfang ging alles irgendwie zu schnell dafür, dass beide eher schüchtern, zurückhaltend und vorsichtig sind. Entgegen aller Erwartungen war mir die Romanze tatsächlich auch zu kitschig, obwohl auch sehr schöne Momente dabei waren, die nostalgische Erinnerungen hervorriefen: Comic-Hefte und selbst zusammengestellte Mixtapes, Relikte der 80er Jahre, in denen auch die Story angesiedelt ist. 

Die insgesamt 58 Kapitel enthalten jeweils mehrere kurze Abschnitte, die entweder aus der Sicht von Eleanor oder Park geschrieben wurden. Man erhält so einen schönen Rundumblick und erfährt, wie unterschiedlich oder auch gleich die beiden Jugendlichen das Erlebte verarbeiten. Zudem erhält man so Einblick in die doch sehr verschiedenen familiären Situationen, was dem Buch einiges an Tiefe und auch pädagogischem Wert verleiht. Anhand der Thematiken und der Figuren würde sich der Roman sicherlich auch gut als Schullektüre eignen. Mich persönlich hat er jedoch enttäuscht und obwohl ich noch lange über die schwere familiäre Situation Eleanors nachdenken musste, ist das Buch keines, das ich selbst im Regal stehen haben muss. Ich vergebe 3 von 5 Wolken.

Kommentare:

  1. Mich hat das Buch damals auch total enttäuscht, ich bin mit beiden Charakteren nicht wirklich klar gekommen und fand ihre Liebesgeschichte auch nicht total romantisch und wunderbar, sondern irgendwie komisch und nicht passend :/
    Schade.
    Liebst, Lara.

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  2. Das ist ja schade. Ich mochte das Buch und die beiden Protagonisten sehr gern und kann den damaligen Hype durchaus verstehen (ich war auch etwas später dran). Jedenfalls hast du es sehr schön rezensiert und sämtliche Kritikpunkte sind nachvollziehbar dargestellt.

    Liebe Grüße,
    Nicole

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Danke für deinen Kommentar! Schau doch bald wieder rein, dann habe ich geantwortet :)